Uli's Web Site
[ Zathras.de - Uli's Web Site ]
Other Sites: Stories
Pix
Abi 2000
Stargate: Resurgence
Lost? Site Map!
 
 
     home | blog | moose | programming | articles >> auxiliatores

 Auxiliatores-Universum
 
 Auxiliatores-Universum: FAQ
 
 Links
 
 Mitmachen
 
 Fan Fiction
 
 Auxiliatores
 

Auxiliatores Geschichten

 Fragment 2
 
 Fragment 3
 
 Fragment 4
 
 Auxiliatores - Morgens...
 
 Auxiliatores - Eversor
 
 Fragment 1
 

Auxiliatores - Morgens...



Teaser


Patricia stand am Rande einer Felsenklippe, ihre Augen verfolgten wie in der Tiefe die Wellen mit gewaltiger Kraft gegen die scharfen Felsen spritzten. Ruhig trat sie näher an die Kante heran und betrachtete die Wassermassen dort unten als sie von der trockenen Wiese auf felsigen Grund wechselte. Da stiess ihr ein rauher Windstoss entgegen, fuhr mit roher Kraft in ihr Haar, wechselte dann ruckartig die Richtung und wehte die Stränen in ihr Gesicht. Wolken bildeten sich am Himmel und verdunkelten die Sonne. Patricia musste ihre Füsse fest gegen den Boden stemmen als der Wind an Stärke gewann und an ihrem Mantel zu zerren begann. Immer lauter und lauter toste der Wind um sie herum, erst wimmernd, dann summend, jammernd. Immer mehr wuchs er an, bis er schliesslich überall um sie herum pfiff und kreischte, beinahe wie ein ... ein Schrei?

Pat sah an sich herab, an ihren Füssen vorbei; ihr Blick glitt die Klippen herab, entlang der Kanten, dem gebrochenen, ungleichmässig zerklüfteten und zerfurchten Stein, und folgte furchtsam den Zeichnungen der Natur hinab zu den Wellenkronen die aus der Ferne jenseits des Horizonts angeschwemmt wurden. Ihre Augen durchforschten die Wellen. Nichts. Nur Wasser das auf Stein trifft. Und die Erinnerungen. Die Erinnerungen, die sie die letzten fünf Jahre nicht aus ihrem Kopf verdrängen konnte. Die Erinnerungen, von denen sie befürchtete, dass sie sie bis an ihr Lebensende nicht verlassen würden. Erinnerungen an den Tod. Den Tod eines Geliebten.

Bevor sie diesen Gedanken vollenden konnte, nahm sie in der Wellenschlucht etwas wahr. Hatte sie nicht gerade das Grollen einer Explosion gehört? Ein Aufblitzen von Licht blendete sie, und dann war da etwas in der Tiefe; etwas das in den Wellen auf und ab geschleudert wurde. Anfangs konnte sie nicht klar sehen was es war, doch je mehr sie sich konzentrierte, je mehr sie sich Gedanken machte, was es sein könne, je mehr sie versuchte, seinen Umriss zu erraten, desto klarer wurde die Form.

Und da schoss ein Schrei wie eine gleissend rote Fontäne aus ihrem Mund. Beinahe schmerzhaft klar fand sie das Bild dessen vor sich, was dort unten war: Der Umriss hatte die Form eines Mannes. Eines Mannes, den sie kannte. Eines Mannes, der verwundet war, blutete, von Kratzern übersät, von Narben zerfurcht. Eines Mannes, den die Wassermassen gegen die Felsengrate schleuderten, wodurch die Verwundungen die er von der Explosion davongetragen hatte nur noch verschlimmert wurden. Und da erreichte sie sein Blick, sie spürte wie seine Augen sie anzuflehen schienen, um Hilfe schrien, und als die Wellen über ihm zusammenkrachten, sein Gesicht immer wieder zwischen den schäumenden Massen verschwand, unter Wasser gedrückt wurde, ihn in die Dunkelheit zogen, da begann auch er zu schreien. Er streckte seine Arme zu ihr hoch, seine gebrochenen Finger wanden sich, schienen beinahe ihr Gesicht zu berühren, und doch konnten ihre Hände ihn nicht erreichen. Dann verschlang ihn die schäumende Dunkelheit mit einem ohrenbetäubenden Donnern, bevor alles von einer Sekunde auf die andere totenstill war.



Pat's Hand ballte sich gegen den Stoff zwischen ihren Fingern als sie etwas, nein, jemanden spürte. Es war, als stünde jemand hinter ihr, dessen Blicke über ihren Körper wanderten, sie bemassen, beurteilten. Als sie sich umwandte, fand sie sich ihrer Liebe, dem Mann dessen Ertrinken sie gerade erneut erlebt hatte, gegenüber. Direkt vor ihren Augen stand er, sein Gesicht trug einen kalten, abschätzigen Ausdruck. Ganz in schwarz gekleidet, streckte er seine Hand nach ihr aus, schlossen sich die schwarzen Handschuhe um ihren Hals, pressten gegen ihre Kehle. Doch er wollte sie nicht erdrosseln, sondern er stiess sie, nötigte sie mit rauher Gewalt und der rohen Kraft seiner steinernen Hände rückwärts, auf die Klippen zu. Als sie in seine Augen sah, begegnete ihr Gelächter, Härte, ein Lächeln voll Grausamkeit. Ihr Fuss trat rückwärts, suchte, und glitt ins Leere, sie schoss hinterrücks die Klippen hinab.

Als sie in die Tiefe hinabstürzte, sah sie ihren Angreifer dort oben stehen. Dann schälte sich eine kopflose Gestalt aus den Schatten hinter ihm, und schlug ihn mit der Faust mitten ins Gesicht, und er kam wie ein Stein in die Tiefe hinter ihr her. Pat sah wie die Klippe mit wahnsinniger Geschwindigkeit an ihr vorbeizog, wie die spitzen Steine am unteren Ende der Klippe auf sie zu rasten. Der Boden explodierte gegen ihren Brustkorb, schweissdurchnässt fuhr sie aus ihrem Bett auf.

Es war morgen. Die ersten Sonnenstrahlen zwängten sich durch die Lamellen des hölzernen Fensterladens, dessen ockergrüne Lackschicht an einzelnen Stellen durch den konstanten Ansturm von Sonne und Regen abgeplatzt war, und die bizarrsten Muster in die Lichtstreifen zeichnete, die wie Risse die gegenüberliegende Wand zerfurchten.

Patricias Hand kämpfte sich durch den Wasserfall schwarzer Haare, der schattenhaft alles Licht von ihrem Gesicht nahm, bis sie ihre Stirn erreicht hatte. In einer einzigen Bewegung strich sie heftig keuchend die Strähnen aus ihrem Gesicht und den Schweiss von ihrer Stirn.

So war es jeden Morgen. Derselbe Traum. Derselbe Albdruck auf ihrer Lunge. Seit fünf Jahren. Das einzige, was jeden Morgen zumindest ein bisschen veränderte, waren die Stimmen. Stimmen aus dem Haus, Stimmen aus der Nachbarschaft, Belangloses, Privates, Ärgerliches, Fröhliches. Wie Maden nagten sie sich durch ihre Stirn in ihren Geist, wie er zwischen Schlaf und Wirklichkeit sperrangelweit offen stand.

Bevor Patricia sich dessen gewahr wurde, hatten sich die Biester bis in ihr Innerstes vorgewunden, ihre Fetten Leiber wanden sich auf verworrenen Pfaden durch ihre Erinnerungen, beschädigten sie, verschlangen sie, verunreinigten sie mit ihren Ausscheidungen. Mit einem mal dachte sie an einen kranken Vater, den sie gar nicht hatte, bangte um eine Tochter, die jemandes anderen war.

Patricia biss die Zähne gegeneinander, ihre Handflächen fest gegen die Ohren gepresst, die Augen zusammengekniffen. Das Hämmern ihres Pulses durch ihre Hände und Augen war alles, was sie hörte und sah. Dumpfe, hektische Schläge, wie sie durch ihren Schädel dröhnten.

Sie versuchte, in dem Madengewirr das zu finden, was Gedeon ihr gesagt hatte: Das erste Wort, den ersten Schritt. Den Anfang. Mitten in der Nacht hatte er sie aufgeschreckt, und von ihr die drei Schritte verlangt, als die Droge ihren Geist noch betäuben konnte. Die Maden wanden sich, frassen sich weiter voran. Wo war das Wort? Wo war Carl? Wie zahle ich die Raten für den Wagen? Ist Vanessa etwas zugestossen? Ich werde diese Monster schon finden! LANGSAM. Die Bestie knurrt. Der Anführer weist sie zurecht. Bringt das Kind zurück ins Bett.

Dort war es gerade gewesen. Zwischen Fragmenten, ein Wort. In einem heissen, (Holst Du die Eiswürfel aus dem Gefrierschrank?) pulsierenden Rot hatte Gedeon es gefärbt, (Pastellfarben, wir brauchen hier unbedingt Pastellfarben für die Vorhänge) da das die erste Farbe gewesen war, die Pat in den Momenten von Überforderung eingefallen war. (Und nun noch die Vertices an den GLContext übergeben) LANGSAM. Das war es. Patricia begann ihren pfeifenden Atem zu stabilisieren, (Warum hat er mir nichts davon gesagt?) das Pochen zwischen ihren Ohren (Das ist unglaublich!) nahm ab. Langsam. (Der schnellste Mann der Welt!) Einatmen. Ausatmen.

Ihr Atem kam nun regelmässiger. (Sind fünfzehn Euro neunundneunzig ein fairer Preis?) Das Hämmern war einem langsam pulsierenden (Ist die Rechnung an Müller schon draussen?) Wellengang gewichen. Nun galt es, das (Drei, vier, fünf, sechs, sieben) zweite Wort zu finden.

Welches war es? Irgendwo zwischen den (der kann wohl Gedanken Lesen) sich windenden Madenkörpern musste es in den Wogen (Der sank wie ein Ziegelstein) schwimmen... In ... Grün (Einatmen, Ausatmen). Wenn die Maden doch nur aufhörten zu beissen (voll gegen die MAUER gefahren ist er!), diese Nager zerlöchern noch meinen ganzen Kopf. Moment, da war was. Mauer.

Auf ihren Befehl hin begann sich vor Pats geistigem Auge Stein um Stein in einer langen (siehst du etwas...) Kette zwischen die Maden und ihren Geist zu (siehst du? nach dem aufblasen einen knoten.) drängen. Mit jedem Stein wurde das geschmatze leiser, wichen die Wesen zurück (ich sage dir ich war's nicht) und gaben Pats Geist frei.

Als die Mauer sich aus tausenden Backsteinen erbaut in die Höhe erstreckte, konnte Patricia ganz klar das dritte Wort erkennen: FOKUS. Das silberne Ziel. Die Konzentration auf etwas, das ihren Geist beschäftigte. Sie begann: "A. Aachen. Aal. Aall. Aar. Aarau. Aaron. Aas. ab. Aba. ..."

(Wird fortgesetzt...)
 
Created: 2005-01-08 @630 Last change: 2005-01-08 @630 | Home | Admin | Edit
© Copyright 2003-2012 by M. Uli Kusterer, all rights reserved.